Discussion:
schmerzstillende, körpereigene Substanz beim Sport?
(zu alt für eine Antwort)
Louis Noser
2017-08-08 08:49:47 UTC
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Grüss Euch

Meine Mutter hat seit Jahren chronische, teilweise unerträglich
Schmerzen (Trigeminusneuralgie, also Nervenschmerzen).

Beim schnellen Gehen verschwinden diese (fast) zuverlässig.

Das legt den Schluss nahe, dass irgendeine Substanz vom Körper
ausgeschüttet wird, die das bewirkt.

Welche könnte das sein? Opiorphin? Serotonin? Oder anderes?

Man hat Opiorphin offenbar erst vor wenigen Jahren (2006) im
menschlichen Speichel entdeckt.

Ist es medizinisch richtig gedacht, dass der Speichel möglicherweise
über die Schleimhaut Opiorphin ans Blut abgibt, das es wiederum zum
kranken Nerv transportiert?

Vielen Dank.

Grüsse
Louis
Falk Dµebbert
2017-08-08 09:33:28 UTC
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Post by Louis Noser
Meine Mutter hat seit Jahren chronische, teilweise unerträglich
Schmerzen (Trigeminusneuralgie, also Nervenschmerzen).
Beim schnellen Gehen verschwinden diese (fast) zuverlässig.
Diese Frage hast Du schon zweimal gestellt und man gab Dir zu verstehen,
dass zwischen Deiner Beobachtung und Deinem Schluss vielleicht noch
etwas fehlt.

Grundsätzlich ist die schmerzstillende Wirkung von Sport nur begrenzt
nutzbar, von den von Dir genannten Substanzen spielt keine eine Rolle.
Meistens wird dabei auf Beta-Endorphine abgestellt, aber die Forschung
dazu ist alles andere als eindeutig.

In der Tendenz spielen eher Bewegung an der frischen Luft, Anregung des
Kreislaufs, erhöhter Sauerstoffgehalt, verminderte
Serotonin-Wiederaufnahme etc. also die direkten Folgen der Bewegung an
sich eine Rolle.

Falk D.
Louis Noser
2017-08-08 13:12:51 UTC
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Raw Message
Hallo
...von den von Dir genannten Substanzen spielt keine eine Rolle.
Opiorphin ist noch nicht sehr gut erforscht, wenn ich mich nicht irre.
Jedenfalls wurden dazu nur sehr wenige für den Laien verständliche Text
publiziert.

Kannst Du also mit Sicherheit ausschliessen, dass Opiorphin mit der
Schmerzlinderung beim Gehen zusammenhängt?

Grüsse
Louis
Falk Dµebbert
2017-08-09 21:31:11 UTC
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Post by Louis Noser
Kannst Du also mit Sicherheit ausschliessen, dass Opiorphin mit der
Schmerzlinderung beim Gehen zusammenhängt?
Ja. Bitte. Das ist so hanebüchener Unsinn, dass die
Reptiloiden-Weltverschwörung schon glaubhafter ist.

Falk D.
Louis Noser
2017-08-08 13:19:09 UTC
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Raw Message
Hallo
Post by Falk Dµebbert
Meistens wird dabei auf Beta-Endorphine abgestellt, aber die Forschung
dazu ist alles andere als eindeutig.
Heisst das, dass möglicherweise solche schmerzlindernden Beta-Endorphine
ausgeschüttet werden, wenn man sich bewegt?

Wenn ja: Kann man diese synthetisieren?

Grüsse
Louis
Falk Dµebbert
2017-08-09 21:43:08 UTC
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Post by Louis Noser
Heisst das, dass möglicherweise solche schmerzlindernden Beta-Endorphine
ausgeschüttet werden, wenn man sich bewegt?
Sie sind nur entfernter Linie "schmerzlindernd" - eigentlich sind sie
eher das Ergebnis als die Ursache.
Post by Louis Noser
Wenn ja: Kann man diese synthetisieren?
Wenn nur theoretisch und nicht wirtschaftlich.

Lass es mich deutlich sagen: Es gibt keinen Jungbrunnen und der
allesheilende Medikit existiert auch nur im Computerspiel.

Ich habe Dir eine zusammenhängend gültige Antwort gegeben. Warum Du die
zerlegst, um dann doch wieder einem Erlkönig nachzujagen, kann ich nicht
nachvollziehen.

Der menschliche Körper funktioniert selten monokausal, gerade beim Thema
Schmerz, Dauerschmerz und Reizleitung gibt es kaum erfolgreiche
Therapien, die nicht ganzheitlich ansetzen.

Was spricht gegen Wandern, wenn es wirkt? Es hat kaum Nebenwirkungen.

Falk D.
Louis Noser
2017-08-10 10:41:02 UTC
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Am 09.08.2017 um 23:43 schrieb Falk Dµebbert:
[...]

Danke für Deine schroffen, demoralisierenden Texte.

(Falk steht für alle, die hier in fast schon feindseligem Ton gepostet
haben.)
Falk Dµebbert
2017-08-10 16:25:42 UTC
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Post by Louis Noser
Danke für Deine schroffen, demoralisierenden Texte.
Ich denke falsche Hoffnungen zu wecken, wäre verwerflich. Ich bin sonst
ein großer Freund von Autotherapie - aber Du wirst hier keine Antworten
bekommen, die ein guter Psychologe, Internist oder Neurologe nicht schon
gegeben hätte.

Bei Trigeminusneuralgie verspricht z.B. die multimodale Schmerztherapie
bescheidene Erfolge, aber da sind fachlich dicke Bretter zu bohren. Das
können nur Ärzte und zwar am Ende nur die Spezialisten.

Deswegen ist der einzige Weg, in ein Taxi und zu einem Schmerzzentrum
(vielleicht vorher beim Hausarzt vorbei und eine Überweisung holen,
falls gesetzlich versichert). Nur mit Dr. Google und allen Staffelboxen
ER oder House MD im Rücken wird da nichts gehen.

Der Weg ist steinig und der medizinische Dienst der gesetzlichen
Krankenkassen anstrengend, aber es gibt keine Abkürzung mit einem
Wunderstoff.

Falls Ihr also noch nicht alles durch habt:

1) Die örtliche Selbsthilfegruppe der Schmerzliga ist Dein Anlaufpunkt.
Geht dort offen hin und lass Google aus.

2) Dort lässt Du Dir einen Internisten empfehlen. Keine Unterlagen zur
anamnese mitbringen und keine Diagnosen erwähnen, damit er/sie
unbelastet sonstige organische Ursachen ausschließt. Ggf. noch mal den
Schwermetall- und Spurenelement-Status checken mit einer ICP-Analyse,
wenn es da Ansätze gibt. - Das wäre eine selbst zu zahlende IGEL-Leistung.

3) Die erreichbaren Schmerzzentren, nicht nur die, die MMS anbieten,
anrufen und fragen, wie lang deren Wartelisten sind. Lieber fünf Stunden
im Auto, als fünf Monate länger unter Schmerzen. Die Liste gibt es bei
der Schmerzliga. Krakenkasse mit ins Boot holen und Hindernisse
(MDK-Freigabe) wegräumen.

4) Die Diagnose, den Rat und auch die Prognose akzeptieren.

Falk D.
Louis Noser
2017-08-08 13:27:21 UTC
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Raw Message
Hallo
Post by Falk Dµebbert
In der Tendenz spielen eher Bewegung an der frischen Luft, Anregung des
Kreislaufs, erhöhter Sauerstoffgehalt, verminderte
Serotonin-Wiederaufnahme etc. also die direkten Folgen der Bewegung an
sich eine Rolle.
Kann frische Luft, Anregung des Kreislaufs und Ähnliches wirklich auch
extreme, messerscharfe und Flammenwerfer-gleiche Schmerzen ausschalten?

Grüsse
Louis
Holger Korn
2017-08-08 16:55:01 UTC
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Post by Louis Noser
Kann frische Luft, Anregung des Kreislaufs und Ähnliches wirklich auch
extreme, messerscharfe und Flammenwerfer-gleiche Schmerzen ausschalten?
das Hirn schaltet das Schmerzempfinden an und ab.

Gutes Beispiel ist Phantomschmerz - dieser wird vom Hirn simuliert
obwohl garnicht vorhanden.
Oder wenn ein weiterer stärkerer Schmerzreiz hinzukommt wird der
geringere nicht mehr empfunden - bei sitzen auf der heissen Herdplatte
wird der Insektenstich nicht mehr wahrgenommen.
--
]_[ ]_/
]olger ]o\rn ***@gmx.de
Lokalradio NRW (nach einer Niederlage von Bayern München in Madrid)
Hoffentlich hatten die Bayern wenigstens ihre Payback-Karten dabei.
Schließlich waren sie ja bei Real!
Thomas Hochstein
2017-08-13 09:48:03 UTC
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Raw Message
Post by Louis Noser
Kann frische Luft, Anregung des Kreislaufs und Ähnliches wirklich auch
extreme, messerscharfe und Flammenwerfer-gleiche Schmerzen ausschalten?
Das erscheint mir bei Nervenschmerzen ohne unmittelbare organische
Ursache (also eine Entzündung des Nervs) jedenfalls nicht fernliegend.

Ansonsten gilt aber, was Falk schon schrieb: es gibt Grenzen für
Herumdoktern mit Dr. Google und Quacksalberei, und die sind bei
chronischen Schmerzen lange erreicht.

-thh

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